Geschichtliche Hintergründe – 100 Jahre Krieg gegen Deutschland – Teil 1 (1859-1919) 1/20

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Geschichtliche Hintergründe – 100 Jahre Krieg gegen Deutschland – Teil 1 (1859-1919) 1/20

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Einleitung

Die Geschichte des Ersten Weltkrieges ist eine vorsätzliche Lüge. Nicht die Opfer, nicht der Heldenmut, nicht die schreckliche Verschwendung von Menschenleben oder das folgende Leid. Nein, all das war sehr real. Doch seit bald einem Jahrhundert wird erfolgreich vertuscht wie alles begann und warum der Krieg unnötig und vorsätzlich über das Jahr 1915 hinaus verlängert wurde. Sorgfältig wurde die Geschichte verzerrt, um die Tatsache zu verschleiern, daß Großbritannien und nicht Deutschland für den Krieg verantwortlich war. Wäre diese Wahrheit nach 1918 publik geworden, dann wären die Folgen für das britische Establishment vermutlich verheerend gewesen.

Doch so schoben nach Kriegsende Großbritannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten die komplette Kriegsschuld Deutschland zu. Um ein derartiges Urteil zu rechtfertigen wurden Dokumente und Berichte vernichtet, unterschlagen oder gefälscht. 1919 verkündeten die Sieger in Versailles, daß Deutschland ganz allein für die globale Katastrophe verantwortlich sei. Deutschland habe den Krieg vorsätzlich geplant und alle Vorschläge für Versöhnung und eine friedliche Lösung zurückgewiesen. Vehement beteuerte Deutschland seine Unschuld. Für Berlin war der Krieg ein Verteidigungskrieg gegen die Aggressoren aus Rußland und Frankreich.

Aber es sind die Sieger, die die Geschichtsbücher schreiben und es war ihre Interpretation, die sofort in die offizielle Geschichtsschreibung einfloß. Es war die Allgemeinlehre, daß es beim Ersten Weltkrieg um den deutschen Militarismus ging, um deutsches Expansionsstreben, um das bombastische Wesen und die hochtrabenden Ziele des Kaisers und um den deutschen Einfall im unschuldigen, neutralen Belgien. Das System geheimer Allianzen, das Marinewettrüsten, der Wirtschaftsimperialismus und die Theorie von einem „unvermeidbaren Krieg“ schwächten die Vorwürfe gegen Deutschland später ab, doch im Hintergrund hielt sich weiter die falsche Vorstellung, Deutschland allein habe den Krieg gewollt.

Mehrere aktuellere Untersuchungen zu den Ursachen des Krieges kommen zu abweichenden Einschätzungen. Christopher Clark beispielsweise schreibt in seinem Buch über die Ereignisse im Vorfeld des August 1914 eine ahnungslose Welt sei in diese Tragödie „geschlafwandelt“. 1) Wir decken auf, das die ahnungslose Welt keineswegs schlafwandlerisch in diese Tragödie gestolpert ist – vielmehr haben Kriegstreiber in London die Welt mit einer geheimen Intrige in den Krieg gestoßen. Wir widerlegen die These, daß Deutschland die Schuld trägt an diesem furchtbaren Verbrechen an der Menschheit, zeigen, daß Belgien keineswegs das unschuldige und neutrale Land war, das vom deutschen Militarismus überrascht wurde. Wir belegen ganz deutlich, daß der deutsche Einmarsch in Belgien nicht ein Akt gedankenloser und wahlloser Aggression war, sondern daß Deutschland angesichts der unmittelbar bevorstehenden Vernichtung keine andere Wahl blieb. Der Schlieffen-Plan war von Beginn an eine Verteidigungsstrategie und der letzte verzweifelte Weg, der Deutschland noch offenstand, wollte man sich nicht gleichzeitig von Osten und von Westen her überrennen lassen von den riesigen Heeren, die Rußland und Frankreich an den deutschen Grenzen aufmarschieren ließen.

Quellen: 1) Christopher Clark, The Sleepwalkers: How Europe Went to War in 1914.

1859
Britischer Imperialist Lord Salisbury träumt von einer Weltregierung

Einer der wichtigsten Imperialisten und Kolonialisten des Britischen Empires war ein gewisser Robert Gascoyne-Cecil oder auch Lord Salisbury, geboren 1830, gestorben 1903. Gascoyne-Cecil, alias Salisbury gehörte einer mächtigen und alten politischen Dynastie an und hatte Monarchie und Imperialismus mit der Muttermilch aufgenommen. 300 Jahre zuvor hatten seine Vorfahren, die Cecil-Familie, Königin Elisabeth I. (1533 bis 1603) als Chef-Berater und leitende Minister gedient. Die Familie hatte das Wachstum des Empire über Jahrhunderte hinweg begleitet und eine maßgebliche Rolle dabei gespielt.

Und auch im 19. Jahrhundert ging der Aufstieg weiter. Wie es sich für die Cecils gehörte, legte Lord Salisbury eine steile politische Karriere hin und stieg vom Parlamentsabgeordneten (ab 1854) zum britischen Kolonialminister für den Riesenkontinent Indien auf (ab 1874). Er wußte also, was es hieß, derartige Dimensionen zu erobern und zu verwalten. Aber damit war seine Karriere noch nicht beendet. Zwischen 1885 und 1902 war er nicht weniger als dreimal britischer Premierminister. Kein Wunder, daß der amerikanische Historiker Carroll Quigley schrieb: „… der Einfluß der Familie Cecil habe das britische Leben seit 1886 vollständig dominiert“ 1).

Und dieser Einfluß betraf vor allem die Außen- oder Kolonialpolitik. Schon viele Jahre zuvor hatte sich Gascoyne-Cecil! Salisbury seine ganz eigenen Gedanken über die Weiterentwicklung der Welt gemacht. Lord Salisbury fing schon früh an, sich zu überlegen, wie man nicht nur einige, sondern alle Völker unter die Fuchtel des britischen Imperiums bringen könnte. Militärisch und administrativ war das unmöglich, ohne das britische Weltreich zu überdehnen. Schon 1859, also fünf Jahre nach seiner Aufnahme in das britische Parlament, wandte sich der spätere dreifache Premierminister gegen die „Zersplitterung der Menschheit … in eine Vielzahl unendlich kleiner Regierungen“.

„Die einzige Hoffnung, daß das galoppierende Wettrüsten nicht in einem Krieg enden würde, bestehe darin, daß die Mächte schrittweise zusammengeführt werden können, um in allen kontroversen Fragen, die sich stellen könnten, gemeinsam in einem freundschaftlichen Geist zu handeln, bis sie am Ende in eine internationale Verfassung geschmiedet werden können, die der Welt gegeben werden wird.“ So sollten sich die Nationen also unter einem drohenden Krieg zusammenraufen, bis ihnen „eine internationale Verfassung  …  gegeben werden wird.“ Eine interessante Formulierung: Die Staaten sollten sich also nicht selbst eine internationale Verfassung geben, sondern einvernehmlich handeln, bis sie ihnen „gegeben“ werde! Von wem, ließ Salisbury in diesem Zitat freilich offen. Damit nahm Salisbury das vorweg, was der Welt später als Ergebnis der beiden Weltkriege präsentiert wurde: Die Vereinheitlichung der Welt unter dem Dach einer Mega-Organisation namens UNO.

Ist der Krieg also wirklich „Vater aller Dinge“ sogar einer internationalen Ordnung und eines Weltstaates? Oder wollte man ihn in Großbritannien „zum Vater dieser Dinge“ machen? Nach dem Motto: Erst einen verheerenden Brand legen und danach die Feuerwehr gründen? Dienten die Weltkriege als Horrorszenario einer national organisierten Welt und sollten sie diese ein für allemal diskreditieren? Persönlicher Geldgier und Machtgelüste, einmal abgesehen davon, gab es natürlich auch. Denn gleichzeitig hatten die Weltkriege einen häufig vergessenen Vorteil für Globalisten, wie Salisbury. Während meistens die Opfer und das unendliche Leid beklagt werden, wird oft vergessen zu erwähnen, daß insbesondere durch den Ersten Weltkrieg die alte Ordnung beseitigt wurde, nämlich die europäischen Monarchien. Sie war eine unabdingbare Voraussetzung für die Gründung von manipulierbaren Demokratien und schließlich einer einzigen Weltregierung, die sich Salisbury gewünscht hatte. Die Weltkriege dienten nicht nur dazu, den Völkern supranationale Organisationen quasi „zu verkaufen“ sondern auch zur Auslöschung der herkömmlichen Herrschaftsstrukturen. Mit dem Ersten Weltkrieg wurden gewaltige Umwälzungen bewirkt, und zwar die Herrscherhäuser der Habsburger, Hohenzollern, Romanows und der Ottomanen wurde „endgültig zerstört“, eine wichtige Voraussetzung für die Errichtung eines „Einheitsstaates“. Dies gilt es im Hinterkopf zu behalten.

Quellen:
1) Carroll Quigley, Tragödie und Hoffnung, Kopp Verlag, Rottenburg, 2016
2) Verborgene Geschichte; Gerry Docherty, Jim MacGregor, Kopp Verlag, Rottenburg, 2014

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